Genuss im Quadrat

Der Düsseldorfer Carlsplatz

Feinschmecker kennen in Düsseldorf für ihre Einkäufe oder eine genussvolle Pause zwischendurch eine gute Adresse. Es ist der Carlsplatz. Mehr als sechzig Marktstände drängeln sich dort im Herzen der Stadt.

Frisches Gemüse, Fleisch, Geflügel und Eier regionaler Bauern sind hier ebenso zu haben, wie exotische Früchte, Gewürze und internationale Käsespezialitäten. Duftendes Brot, frisch gerösteter Kaffee und feinste Patisserieprodukte dürfen natürlich nicht fehlen, um all die einheimischen und fremden Gourmets zu begeistern, die diesen Markt tagtäglich besuchen. Und wer noch Schnittblumen für seinen Festtagstisch oder Pflanzen für seinen Balkon oder Garten sucht, wird ebenfalls auf dem fast Carlsplatz fündig.

In allen Belangen steht hier eine enorme Auswahl bei höchster Qualität, traditioneller Handwerkskunst und kompetenter Beratung im Vordergrund. Nicht zuletzt deswegen ist der Carlsplatz ein gerne gewähltes Ziel, wenn Düsseldorfer neben ihren alltäglichen Einkäufen etwas Besonderes für einen ebenso besonderen Anlass suchen. So wissen auch Spitzenköche die Auslagen der Stände zu schätzen. Dabei ist es mit der Auswahl gar nicht so einfach. So zahlreich sind die Eindrücke für Augen, Mund und Nase.

Nicht nur das Einkaufen macht auf diesem Markt-Karree mit seinem überbordenden Angebot riesigen Spaß. Manchmal reicht es, dem bunten Markttreiben an den überdachten Ständen mit einem frisch gezapften Alt aus einer der hervorragenden Hausbrauereien in der Hand gemütlich zuzuschauen. Selbst die sonst so von Hektik dominierte Zeit, wird hier zum Genuss. Das wissen auch die vielen Angestellten der umliegenden Büros und Geschäfte. Gerne wird die Mittagspause oder geschäftliche Besprechung auf eine leckere Erbsensuppe oder eine italienische Spezialität zum Carlsplatz verlegt. Wer weiß, wie viel dieser Düsseldorfer Lieblingsort mit seiner internationalen und bunten Atmosphäre schon zu positiven Abschlüssen beitragen konnte?

Die Geschichte des Carlsplatzes

Dabei hat es etwas gedauert, bis der Carlsplatz zur heutigen Gourmetmeile werden konnte.

Nachdem Düsseldorf 1288 die Stadtrechte erhielt, wurde der Markt im winzigen Bereich der damaligen Altstadt abgehalten und später vor das Rathaus verlegt. Der dortige Platz mit dem großen Reiterstandbild Jan-Wellems trägt daher noch heute den Namen Marktplatz. Wechselnde Herrschaftsverhältnisse und Verteilungen der Markt- und Waagerechte brachten im Laufe der Zeit weitere Veränderungen und Verlegungen der Marktplätze mit sich. Die Stadt wurde größer und die Versorgung Düsseldorfs über den expandierenden Rheinhafen immer wichtiger.

Erst als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Carlstadt als rechtwinklige Trabantenstadt südlich der Altstadt erbaut wurde, erhielt Düsseldorf mit dem Carlsplatz einen neuen, großzügig angelegten Platz. Dieser wurde nach 1797, also während der Zeit der französischen Besetzung, ausgebaut und zum Exerzieren und Paradieren genutzt.

Neben der militärischen Nutzung wurden seit 1804 verschiedene Jahrmärkte auf dem Carlsplatz abgehalten.

Auch als die französische Regentschaft im Rheinland 1815 endete, diente der Platz weiter als Außengelände der in der Nachbarschaft befindlichen großen Kasernen. Noch heute erinnert der Name der parallel zu Breite Straße und Königsallee verlaufenen Kasernenstraße an diese Zeit.

Da nun auch die Feierlichkeiten an den drei Karnevalstagen von Sonntag bis Dienstag wieder erlaubt waren, wurde der Carlsplatz zur Heimat der Narren. 1841 wurde der im Düsseldorfer Karneval wichtigen Figur des Hoppeditz auf dem Platz ein Denkmal errichtet, das sich dort bis 1860 befand.

Aufgrund von Anwohnerprotesten wurde der Carlsplatz ab 1888 für Schaubuden und Zirkusse gesperrt, was seiner Nutzung als weniger lärmenden Wochenmarkt begünstigt hat.

Der Carlsplatz wird zum Wochenmarkt

Die Geschichte des Platzes als Heimat eines Wochenmarkts begann erst im Jahr 1910. Gleichzeitig wurde sein Name in Karlplatz geändert, mit K und ohne s. Man verabschiedete sich damit vom grammatisch fragwürdigen rheinischen Fugen-s. Der Düsseldorfer Volksmund sollte diese Korrektur allerdings niemals übernehmen und aufgrund der Initiative einer Bürgergesellschaft wurde die alte Schreibweise vor einigen Jahren wieder eingeführt.

Mit einer Unterbrechung im Jahr 1940, als unter dem Platz ein Luftschutzbunker gebaut wurde, war der Carlsplatz bis in unsere Zeit ein wichtiger Lebensmittelmarkt für die Düsseldorfer Bevölkerung.

Eine interessante Episode am Rande sei zu erwähnen, dass ein Raum des unterirdischen Bunker von 1949 bis 1968 als wohl eines der ersten Programmkinos Deutschlands genutzt wurde. Mit nur 115 Plätzen war die „Kurbelkiste“ gleichzeitig das damals kleinste Kino Deutschlands. Heute ist die Unterwelt des Carlsplatzes streng verschlossen und es zählt das bunte geschäftige Treiben an seiner Oberfläche.

DUESSEL AQUA empfiehlt Besuchern den Carlsplatz als einen der touristischen Hotspots der Landeshauptstadt Düsseldorfs, der alle Sinne anspricht. Informationen finden Sie auf der Homepage des Marktes. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr und an besonderen Tagen, wie Altweiber zu Karneval und zum Frühlingsanfang lädt der Markt zum gemeinsamen Feiern ein.

Wer all die Inspiration des Marktes mit nach Hause nehmen möchte, dem sei unbedingt das wunderschön bebilderte Buch „Der Carlsplatz kocht“ von Susanne Düwel empfhohlen, das auf dem Carlsplatz und überall im Buchhandel zu bekommen ist.