Dix im K20

Die Düsseldorfer Jahre eines großen Malers

Noch bis zum 14. Mai 2017 beschäftigt sich in der Kunstsammlung NRW(K20) eine große Ausstellung mit den Werken aus den Düsseldorfer Jahren des Malers Otto Dix (1891-1969).

Unter dem Titel »Der Böse Blick« werden in einer eindrucksvollen Fülle seine wohl wichtigsten Werke seiner rheinischen Schaffensperiode mit all ihren persönlichen und gesellschaftlichen Bezügen zur Zeit ihrer Entstehung gezeigt.

Dix verband mit Düsseldorf eine kurze, aber ungemein erfolgreiche Zeit. Zuvor litt er in Dresden lebend stark unter der Unverkäuflichkeit seiner Werke. »Ich kumm uff keinen grienen Zweich; meine Malereien sind unverkäuflich. Entweder ich werde berühmt oder berüchtigt.« Er sollte mit beidem richtig liegen.

Als über die Maler Conrad Felixmüller, Otto Pankok, Gert Wollheim und dem Sammler und Arzt Hans Koch Anfang 1920 ein Kontakt mit der avantgardistischen Gruppe »Junges Rheinland« und der Kunsthändlerin Johanna Ey – in Düsseldorf von den Künstlern der damaligen Zeit, nur »Mutter Ey« genannt – geknüpft wurde, änderte sich die Sache. Bereits im September des gleichen Jahres konnte sie ihm erste Verkäufe melden. Das Kölner Wallraff-Richartz-Museum erwarb das Bild »Meine Eltern« und später auch den »Schützengraben«, was damals zu erheblichen Diskussionen über die kritische Aussage des Werks führte.

1921 ließ sich Johanna Ey, die vermutlich bis heute meist portraitierte Frau der Welt, von Otto Dix malen. Das Bild ist auch Bestandteil dieser Ausstellung und ist sonst im Düsseldorfer Stadtmuseum zusammen mit anderen Ey-Portraits zu bewundern.

1922 zog Dix dann nach Düsseldorf und besuchte die Meisterklasse von Heinrich Nauen an der Kunstakademie. Für ihn begann eine Zeit großer Produktivität mit einer enormen kreativen Vielfältigkeit, die seinen bis heute geltenden Ruhm als einer der bedeutendsten Künstler des Landes begründeten. Zahlreiche Hauptwerke Dix‘ entstanden in diesen Jahren bis 1925.

Otto Dix entwickelte sich einerseits zum beliebten, andererseits sehr gefürchteten Portraitisten. Die Abgebildeten waren förmlich Opfer seines »bösen Blicks«, der dieser Ausstellung den Titel gab. Schonungslos und ohne Rücksicht auf irgendwelche gängige ästhetische Normen stellte er seine Modelle in unverkennbar eigener Weise dar.

Auch privat änderte es sich in Düsseldorf für den Maler. Martha Koch, die Ehefrau seines Förderers Hans Koch, wurde Dix‘ Geliebte. Beide heirateten 1923, was der Beziehung zwischen dem Künstler und dem Sammler keinen Abbruch tat. Die Goldenen Zwanziger waren eben, zumindest in jenen Kreisen, eine enorm freie, wilde Zeit.

Für die Ausstellung »Otto Dix – Der böse Blick« sollte man sich Zeit nehmen. Emotional bewegend, teils in kräftig-bunten Farben, teils in düsteren Grautönen dokumentiert sie das Werk eines großen Malers. Sie dokumentiert ebenso das überbordende und doch von argen Befürchtungen getriebene Leben der wenigen Jahre zwischen zwei Weltkriegen.

Ein abwechslungsreiches Programm begleitet die Ausstellung, wie auf der dazugehörigen Internetpräsenz des K20 nachzulesen ist. Wie bereits oben erwähnt wurde, ist die Ausstellung noch bis zum 14. Mai 2017 zu bewundern. Die Adresse lautet:

Kunstsammlung NRW / K20
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Für den Fall des Verpassens der Düsseldorfer Ausstellung weist DUESSEL AQUA Sie darauf hin, dass dann eine Reise nach England erforderlich würde. Vom 23. Juni bis zum 15. Oktober wird sie im Tate Liverpool präsentiert.

Mehr zum Düsseldorfer Original, der Kunstlegende Johanna »Mutter« Ey, bietet das Netz zum Beispiel unter dem Titel »Das Ey – Kunstmäzenin wider Willen«.